Durch Schönheitsoperationen aus Indien wurde es eingeschleust, es ist resistent gegen Antibiotika und sorgt für jede Menge Aufmerksamkeit in den Medien. Britische Forscher warnen vor dem neuen Superbakterium „NDM-1“ und einem damit drohendem, weltweitem Gesundheitsproblem. Dass der Keim NDM-1 zu einem weltweiten Gesundheitsproblem werden kann schreibt ein Team der Universität Cardiff in Lancet.
Immer mehr Amerikaner und Europäer sind in den letzten Jahren für Schönheits-Operationen nach Indien gereist. Die Zahl derer nimmt nicht ab und so droht eine weitere Ausbreitung vom NDM-1 Keim – dem Superbakterium. Das Superbakterium ist resistent gegen jede derzeit getestete Antibiotika. Mediziner haben fürs Versagen aller Antibiotika immer sogenannte „Reserve-Antibiotika“ über, die immer dann eingesetzt werden wenn nichts mehr wirkt. NDM-1 konnte bisher selbst mit diesen Wirkstoffen nicht bekämpft werden.
Hysterie ist jetzt falsch
Obwohl das sogenannte Superbakterium NDM-1 gegen viele Antibiotika anstinken konnte, ist es nichts was nicht bekämpft werden kann. Es gibt noch weitere Antibiotika. Außerdem teilte Professor für Mikrobiologie Eberhard Straube laut OTZ.de mit, dass dieser Keim nicht so einfach ansteckend sei wie eine normale Grippe. Erst vier Patienten in Deutschland sind mit der Superbakterie in Kontakt geraten. In Indien sind es derzeit laut Medienberichten 70 infizierte Menschen. 2009 wurde erstmals dieser resistente Keim entdeckt.
NDM-1 Syndrome
Es gibt kein einheitliches Krankheitsbild für NDM-1. Das sogenannte Resistenzgen kann auf Darmbakterien übertragen werden. Bakterien nehmen das Resistenzgen entsprechend auf und bilden damit Enzyme die wiederum dafür sorgen das Antibiotikum unwirksam ist. Infizierte Personen können also unterschiedliche Krankheiten bekommen. Lungenentzündung, Gallenentzündung aber auch Infektionen der Harnwege.
Ursache für die Verbreitung von NDM-1 soll eine mangelhafte Hygiene in Krankenhäusern Indiens sein. Zudem soll man nicht kritisch genug mit dem Einsatz von Antibiotika umgegangen sein. Experten sind sich bisher einig, den Ursprung des Resistenzgens „Neu-Dehli-Metallo-Beta-Laktamasse“ in Indien zu wissen. Infektionen mit NDM-1 sind bisher nur durch Krankenhausaufenthalte zustande gekommen.
Schutz vor NDM-1
Schönheits-OPs sollte man nicht in Indien oder anderen Regionen des Fernen Ostens durchführen. Jedem ist der beste Schutz vor diesem Superbakterium geboten, wenn er solche Operationen in diesen Ländern unterlässt und sich auf Experten in modernen Ländern konzentriert. Übertragungen von NDM-1 sind im normalen Alltag unwahrscheinlich und eigentlich bislang nur in der Theorie möglich. Sollte sich dennoch im Alltag eine Ausbreitung feststellen lassen, sind mit Tigezyklin und Colistin zwei Wirkstoffe vorhanden die das Superbakterium bekämpfen können. Diese beiden Antibiotika sind nicht ohne Nebenwirkungen.
Vogelgrippe, Schweinegrippe, Hysterie und Hexenjagd
Eine Hysterie und unendliche Aufmerksamkeit in den Medien, sowie ein Millionen für Pharmakonzerne, nein, damit ist beim NDM-1 Superbakterium nicht zu rechnen. Aktuell gibt es viel Aufmerksamkeit der Medien, ja, jedoch dient die mehrheitlich der Aufklärung und nicht der Panikmache wie bei der Schweinegrippe. Es besteht keine Ähnlichkeit zur Schweine- und Vogelgrippe. Dafür fehlt schon die praktische Möglichkeit einer Verbreitung im Alltag. Zu Schweinegrippe-Zeiten bestand die Gefahr einer Pandemie tatsächlich.
Kein Grund zur Panik!





