Der Schulbeginn ist gerade mal ein paar Wochen her und schon sind Schüler zahlreicher Schulen bereits müde und ausgebrannt, warnte der Bayerische Lehrer- und Lehrerinnenverband. Dies ist schon an den Grundschulen zu verzeichnen und zieht sich bis zu den Gymnasien. Schüler der 11. Jahrgangsstufe trifft es besonders hart. Viele von ihnen müssen mehr als dreimal pro Woche die Schulbank auch noch nach 16.00 Uhr drücken und nach einem oft langen Schulweg noch Hausaufgaben absolvieren. Lehrer schlagen Alarm, viel zu wenig Freizeit führt schnell zu Müdigkeit und Erschöpfung.
Hier könne der Ausbau von Ganztagsschulen helfen. Pflicht- und Wahlunterricht werden hier Montag bis Donnerstag von morgens 8.00 Uhr bis 16.30 Uhr so aufgeteilt, dass sich Lern- und Übungsphasen miteinander abwechseln. Aber nicht nur in den älteren Jahrgängen ist den Schülern die Belastung anzusehen, auch für die Jüngeren ist Stress kein Fremdwort mehr. Immer mehr Schüler werden von ihren Eltern auf ein Gymnasium geschickt, ca. 40 Prozent eines Schülerjahrgangs wechseln momentan auf eine gymnasiale Einrichtung. Der Präsident des Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnenverbandes (BLLV) warnt weiter vor der Überforderung von Jungen und Mädchen und erklärt, dass der schulische Stress auf Kosten der Gesundheit ginge. Der Druck wäre oft so groß, dass Schüler therapiebedürftig seien.
Der Pressesprecher des Bayerischen Kultusministeriums räumte unterdessen ein, dass das G8 in Bayern zwar hohe Anforderungen an Schüler und Eltern stelle, jedoch keinesfalls nicht zu schaffen wäre. Die Zahl der Schüler, die eine Klasse wiederholen müssen, sei um ein Drittel zurückgegangen. Diese Ansicht kann die BLLV nicht teilen, sie sind der Meinung, dass Schüler vermehrt unter Schulstress leiden und immer weniger Freizeitaktivitäten nachgehen könnten. Schülerinnen und Schüler müssten immer mehr Ausgleich gegen Druck und Leistung eintauschen.




