Der Nürburgring muss schnell aus dem Kopf von Rubens Barrichello verschwinden. Er ist richtig sauer und das nicht auf den Ring, sondern auf sein Team, Brawn GP. Es wurde von Brawn GP zwar eine gute Show am Nürburgring geboten, doch leider zeigte diese nur wie man Siege wegwirft. Mit 227 Rennen auf dem Buckel startete Rubens Barrichello das Formel 1 Rennen am Nürburgring von Platz 2 direkt hinter Mark Webber und vor seinem Teamkollegen Jenson Button.
Mit einem guten Start und dank dem Fehler von Lewis Hamilton, setzte sich Rubens Barrichello direkt an die Spitze des Feldes und behauptete seine Position bis zum ersten Boxenstopp. Bis dahin schaffte der Brasilianer bereits einen Vorsprung von 17 Sekunden. Diese Leistung jedoch reichte nicht um am Ende der Sieger vom Nürburgring zu sein. Rubens Barrichello flippt aus: „Ich bin stocksauer. Ich tat alles, was ich tun musste. Aber mein Team hat eine tolle Show geboten, wie man ein Rennen verliert.“ Im Zuge der Niederlage – von der man bei einem sechsten Rang sprechen kann, ist die Wut verständlich.
Beim zweiten Boxenstopp haben die Jungs in der Box von Rubens Barrichello alles verbockt. Nicht genug Benzin im Tank und das führte dazu, dass Barrichello von seiner Zwei- auf eine Drei-Stopp-Strategie wechseln musste. Der Vorgang erfolgte schon hier zum Vorteil von Jenson Button denn nach dem Tankstopp war er sehr nah an Rubens dran. Beim dritten Anlauf in der Boxengasse konnte Rubens Barrichello seine Position gegen Jenson Button nicht verteidigen. Er musste ihn vorbeilassen. Ob Absicht vom Team oder nicht, dass wird man nie erfahren.
„Sie klauten mir die Basis für mein Rennen. Wenn sie so weitermachen“ wird die Fahrer-WM und auch die Team-WM nicht erzielt. Von 2000 bis 2005 ist Rubens Barrichello im Dienst von Ferrari an der Seite von Michael Schumacher unterwegs gewesen. In dieser Zeit war er die ewige Nummer 2 und hatte keine Chance sich dagegen richtig zu verteidigen. Häufig war er schneller als Schumacher, wurde dann aber auch vom Team gebremst und musste Michael Schumacher ziehen lassen. Genau so fühlte sich Rubens Barrichello jetzt mit Jenson Button.
Er kann Jenson Button besiegen und könnte ihm vielleicht sogar den WM-Titel noch wegnehmen. Nur muss Brawn GP ihn dann freie Fahrt geben, so wie es die Formel 1 Regeln eigentlich vorsehen. Jenson ist nicht besser als Rubens, er polarisiert nur etwas mehr und genießt die angeheizte Fan-Atmosphäre die 2008 von Lewis Hamilton richtig auf Touren gebracht wurde.





