Laut einer Studie der Deutschen Angestellten Krankenkasse (DAK), die jetzt im DAK Gesundheitsreport veröffentlicht wurde, breiten sich psychische Erkrankungen bei Arbeitnehmern immer mehr aus. Mit 15,2 Prozent liegen sie nur knapp hinter den Erkrankungen der Atmungsorgane. Spitzenreiter ist jedoch das Muskel-Skelet-System mit 25,5 Prozent. Die Tendenz auf dem Gebiet von mentalen Störungen ist aber im Vergleich zum Vorjahr steigend, psychische Erkrankungen haben zugenommen und Verletzungen, die als Hauptkrankheitsursache galt, weit übertroffen.
Als Beweggrund der enormen Zunahme macht die DAK die vermehrten psychischen und körperlichen Belastungen im Arbeitsalltag verantwortlich. Der harte Wettbewerb, Leistungsdruck oder auch die Angst vor dem Jobverlust könnten naheliegende Gründe für die Häufung von psychischen Erkrankungen sein.
Dr. Jürgen Jonke, Arzt im Medizinischen Dienst der Krankenversicherungen, betonte, dass Medikamentenmissbrauch oft die Folge von psychischen Belastungen sei. Laut Jonke gebe es zu wenig integrierte Versorgungszentren, die von betroffenen Patienten genutzt werden können. Auch Psychotherapeuten, Psychiater oder Orthopäden, die präventiv eingreifen könnten, sind kaum zu finden. Dabei sei bewiesen, dass manche Krankheiten mit vorbeugenden Maßnahmen an ihrer Ausbreitung gehindert werden können und somit teure Behandlungsformen vermieden werden. Im Rahmen der Studie hat die DAK darüber hinaus zum Thema „Doping am Arbeitsplatz“ eine Befragung durchgeführt. Die Bilanz zeigte, dass Arbeitnehmerinnen häufiger zu Medikamenten gegen depressive Verstimmungen greifen als Männer. Dies weise auf die Fähigkeit der Arbeitnehmer hin, ihr Leistungsvermögen zu „frisieren“. Die DAK warnt eingehend vor Selbstversuchen, dies sei gefährlich und auf Dauer keine Lösung. Psychische Belastungen mit unbeaufsichtigter Medikamenteneinnahme könne so nicht beseitigt werden, da langfristig Suchpotential bestünde.






Die Zahlen besziehen sich auf den Gesundheitsreport für Bochum. Landes- und bundesweit weichen die Zahlen ab. Die zunehmende Tendenz bei psychischen Erkrankungen ist jedoch bundesweit vorhanden.