Die Kritik wegen Problemen bei der Schweinegrippe-Impfung ebbt nicht ab und scheint in die zweite Runde zu gehen. Gesundheitsexpertin Carola Reimann (SPD) ist mit dem Krisenmanagement von Bundesgesundheitsminister Phillipp Rösler (FDP) überhaupt nicht einverstanden. Auch die Grünen warfen Rösler mangelhafte Impfplanung für Schwangere vor, die als besondere Risikogruppe gelten.
Rösler, der zu einem Impfgipfel zusammenrief, erklärte, dass es wegen Verzögerungen bei der Auslieferung des H1N1-Serums auch zu Engpässen bei der Massenimpfung kommen könne und sich die Bevölkerung frühestens ab Dezember gegen den Virus impfen lassen kann. Und auch Schwangere, die laut Experten zügig geimpft werden sollten, müssen sich hinten anstellen, da auch für diese Risikogruppe kein Impfstoff verfügbar wäre.
Schon Anfang Oktober dieses Jahres hatte die Ständige Impfkommission (Stiko) Schwangere als Risikogruppe eingestuft, empfohlen wurde jedoch ein Serum ohne Verstärkerstoffe. Und obwohl die Mittteilung der Stiko früh genug an den Bundestag weitergeleitet wurde, veranlasste Rösler zusammen mit den Ressortchefs der Länder die Bestellung von 150.000 Impfdosen für Schwangere erst diesen Mittwoch. Litt die Impfwillige allerdings schon vor der Schwangerschaft unter gesundheitlichen Problemen, sei für Experten jedoch durchaus eine Impfung mit dem herkömmlichen Impfstoff Pandemrix vertretbar. Laut Leipziger Volkszeitung sei die Impfstrategie daher völlig unzureichend, weil die Infektionen bevorzugt von Kindern ausgehe.





