Wissenschaftler der Yale-Universität arbeiten seit längerem an einem Impfstoff, der Kokainsüchtigen helfen soll, ihre Sucht zu bekämpfen. Nun sei man diesem Ziel näher gekommen.
Der Impfstoff bewirke, dass sich beim Konsum der Droge Kokain nicht das gewünschte, berauschende Hochgefühl einstellen würde. Das hätte zur Folge, dass der Suchtdruck der Kokainabhängigen sinken würde, weil die suchfördernde Wirkung ausbliebe. In ersten Test habe sich gezeigt, dass eben diese Wirkung durch den Impfstoff mit Einschränkungen auftritt. Die Forscher, die den Impfstoff gegen Kokainsucht entwickeln, sind US-Wissenschaftler der Yale-Universität, unter wissenschaftlicher Leitung von Bridget Martell.
Der Impfstoff wirkt, so die Forscher, weil sich im Blut der süchtigen, geimpften Personen Antikörper bilden, welche verhindern, dass sich das Kokain mit seinen berauschenden Auswirkungen im Gehirn andocken kann. Dies geschieht durch Proteinmoleküle, die sich auf die Moleküle des Kokains setzen und somit das Andocken im Gehirn verhindern. Derzeit ist der Impfstoff gegen Kokainsucht noch in der Entwicklungsphase, weil er nur bei der geringeren Zahl der Studienteilnehmer anschlagen würde. Lediglich bei 38 Prozent der 115 Kokainsüchtigen Testpersonen hat sich eine Konzentration an Antikörpern im Blut gebildet, die die gewünschte Wirkungsweise erst ermöglicht. Allerdings zeigte sich bei diesen

Probanden, dass sie im Anschluss einen wesentlich geringeren Kokainkonsum hatten. Zudem sind die Antikörper leider sehr flüchtig, denn nach rund zwei Monaten sinkt die Konzentration derart, dass sie nicht mehr wie gewünscht wirken kann. Die Forscher sind dann gezwungen, erneut eine Impfdosis zu geben. Die Probanden mussten regelmäßig Urinproben abgeben, damit das Forscherteam ihren Kokainkonsum kontrollieren konnte.
Die Forscher sind mit den derzeitigen Ergebnissen ihrer Impfstoffentwicklung relativ zufrieden und sehen darin einen guten Ansatz für eine eventuelle Weiterentwicklung. Sie heben hervor, dass es kaum Nebenwirkungen geben würde und diese seien eher harmlos einzustufen. Deswegen wäre es unbedenklich, regelmäßig die Impfung aufzufrischen. Allerdings sei der Impfstoff gegen Kokainsucht nicht die absolute Lösung. Begleitende Maßnahmen seine für Süchtigen alleine deswegen schon notwendig, weil sich die Antikörperkonzentration nach der Impfung nur langsam über rund drei Monate hinweg aufbaut. Vermutlich wird der Impfstoff weiterentwickelt, damit er bei mehr Menschen anschlägt.




