9. September 2010

Impfbereitschaft gegen Schweinegrippe nimmt weiter zu

In Berlin hat sich laut Aussage der Senatsverwaltung für Gesundheit, Umwelt und Verbraucherschutz, die Zahl der Schweinegrippe-Infektionen seit dem Wochenende um 50 Fälle auf nun 973 erhöht. Das Gesundheitsamt in Berlin kann über mangelnden Andrang nicht beklagen. Seit Montag hätte das Interesse der Bevölkerung rapide zugenommen, offenbar haben neueste Nachrichten aus der Ukraine und eine Warnung des Berliner Robert-Koch-Institutes vor einer zweiten drohenden Infektionswelle zahlreiche Menschen wachgerüttelt.

Nach Aussagen der Gesundheitsverwaltung wollen sich allerdings nur wenige hundert Arztpraxen an der Impfkampagne beteiligen. Laut Fachleuten würde dies für die gesamte Stadt bei weitem nicht ausreichen, da sich die Neue Grippe Welle immer rasanter ausbreite. Um dem Virus entgegenzuwirken, müssten sich rund 2000 Praxen dazu bereit erklären, Immunisierungen vorzunehmen, dies bestätigten auch die Kassenärztliche Vereinigung, Ärztekammer und Gesundheitsbehörde.

Gesundheitsstadträtin Sybill Klotz zeigte sich über die rückläufige Bereitschaft der Mediziner sehr verärgert und stelle ein Armutszeugnis der Verantwortung gegenüber präventiven Maßnahmen dar. Ein Ärztevertreter wies unterdessen die scharfe Kritik gegenüber den Ärztepraxen vehement zurück. Alle Kollegen würden sofort einsatzbereit sein, wenn dies unbedingt notwendig erscheint. Aktuell gebe es allerdings keinen Grund für Hysterie und Massenimpfungen. Derzeit sei die Neue Grippe weniger gefährlich als die jährliche Influenza, erklärte der Präsident der Berliner Ärztekammer, Günther Jonitz und man müsse die weitere Entwicklung abwarten.



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