Eine Studie, die mit dem Anorektikum Sibutramin für eine Gewichtsreduktion durchgeführt wurde, verlief schlechter als angenommen. Das Medikament sollte sich eigentlich dauerhaft positiv auf Herz und Kreislauf auswirken. Die Ergebnisse einer randomisierten Studie belegen jedoch, dass bei Probanden mit kardiovaskulären Vorerkrankungen oder Typ-2-Diabetes mellitus Beeinträchtigungen im Herz-Kreislauf Apparat überwiegen. Dadurch wurde von der US-Arzneimittelbehörde Meridia eine Überprüfung des Anorektikums angeordnet.
Sibutramin, das auch in Deutschland erhältlich ist, senkt das Körpergewicht um 5 bis 10 Prozent. Da die Zusammensetzung chemisch hergestellter Präparate oft mit Nebenwirkungen verbunden ist, geriet Sibutramin scharf in die Kritik. Grund für die negativen Schlagzeilen sind unerwünschte Zwischenfälle, die Anfang des Jahres gehäuft in Italien auftraten und sogar zu einer zwischenzeitlichen Marktrücknahme führten und entsprechende Sicherheitsprüfungen durch die EMEA eingeleitet wurden.
Nun kam die Sicherheitsbehörde dennoch zu dem Schluss, dass die Vorteile des Stoffes dominieren und das Medikament wieder verfügbar ist, obwohl Gegenanzeigen unter anderem bei koronarer Herzkrankheit, Herzinsuffizient, Tachykardie, peripherer arterieller Verschlusskrankheit, Herzrhythmusstörungen etc. in der Packungsbeilage zu finden sind. Patienten, die dieses Präparat einnehmen, werden weiterhin geraten, den Blutdruck in den ersten Wochen der Therapie zu kontrollieren, da dieser deutlich ansteigen könnte. Der Verbraucherverband Public Citizen versucht seit Jahren ein Verbot von Sibutramin zu erwirken – bislang ohne Erfolg.





