Nach einem schweren Autounfall eines Belgiers vor 23 Jahren stellten die behandelnden Ärzte eine folgenschwere Diagnose. Wachkoma. Da der heute 46jährige Patient zu diesem Zeitpunkt gelähmt war, konnte er sich auch nicht mitteilen. Nachdem der Mann sein Bewusstsein wieder erlangte, habe ihm sein Körper nicht mehr gehorcht, berichtete er. Laut des vermeintlichen Komapatienten schrie er, aber es war nichts zu hören.
Der aus Belgien stammende ehemalige Kampfsportler und Ingenieurstudent war machtlos und musste verzweifelt mit ansehen, wie Ärzte und Pfleger ihn als Wachkomapatient einstuften und auch daraufhin behandelten. Die Wahrheit kam erst viel später ans Licht, als eine nochmalige Untersuchung an der Universität Lüttich ergab, dass das Gehirn des Mannes fast vollständig funktionstüchtig geblieben war. Mit Hilfe einer speziellen Tastatur kann sich der ehemalige Student nun wieder mitteilen. Auf die Frage, wie er jahrelang die seelischen Qualen ertragen konnte, antwortete er, dass ihm nur übrig blieb, in Gedanken in die Vergangenheit oder ein besseres Dasein zu flüchten, um nicht vollends zu verzweifeln.
Ein Neurologe der Universitätsklinik Lüttich, der auch die Untersuchungen durchführen ließ, veröffentliche im Sommer eine Studie über Falschdiagnosen bei vermeintlichen Wachkoma-Patienten. So kann man daraus entnehmen, dass in etwa 40 Prozent aller als negativ eingestuften Fälle bei wiederholter Prüfung Bewusstseinsreste erkennbar waren. Patienten, die also zeitweise ansprechbar waren hätten mit entsprechender Behandlung deutliche Fortschritte machen können.
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