Mit der Initiative „Bauchgefühl“ wollen das bayerische Kultusministerium und die Betriebskrankenkassen in Bezug auf Essstörungen für Aufklärung sorgen, und zwar dort, wo sie dringend benötigt wird und Gefährdete sowie Betroffene erreicht – an den Schulen.
In etwa jedes dritte Mädchen im Alter von elf bis 17 Jahren ist in Hinsicht auf Essstörungen auffällig und auch Jungen zeigten immer häufiger Anzeichen von Essstörungen, daher sei die Schule der Ort, an dem Aufklärung stattfinden müsse. In Bayern startet nun die Aufklärungskampagne „Bauchgefühl“, die bis Juni 2010 an allen bayerischen Schulen angelaufen sein wird. Die Betriebskrankenkassen stellen Informationsmaterialen für die Lehrer bereit, die sich mit den Schülern und Schülerinnen der Jahrgangsstufen sechs bis neun mit den Themen Ernährung und Gesundheit mit Schwerpunkt Essstörungen auseinandersetzen werden. Diese Prävention mit mindestens je fünf Doppelstunden pro Jahrgangsstufe wird zum Pflichtfach erhoben und von den für die Schüler vertrauten Pädagogen durchgeführt. Überwiegend werden die Jungen von den Mädchen getrennt unterrichtet und angesprochen, damit über individuelle Probleme der Kinder und Jugendlichen offener berichtet werden könne.
Als Rahmenprogramm, aber nicht minder wichtig, werden in Internet-Foren der Initiative „Bauchgefühl“ Hilfestellungen angeboten, zudem werden Workshops und informative Veranstaltungen abgehalten, die sich nicht nur an die Schüler richten, sondern auch an die Eltern, die auf keinen Fall außen vor gelassen werden dürfen. Um diese präventiven Maßnahmen gegen Essstörungen abzurunden, werden Kinder und Jugendliche, die einer Behandlung bedürfen, an Fachkliniken verwiesen und bekommen im Anschluss eine optimale Begleitung durch einen ambulanten Therapieplan, der mindestens zwei Jahre umfassen wird und die Eltern miteinbezieht.
Das Programm der Initiative „Bauchgefühl“ wurde vom Landesverband der Betriebskrankenkassen Bayern mit Partnerfirmen und Fachkräften des „Therapienetz Esssörungen“ aus München entwickelt. Das Kultusministerium Bayern erkannte an, dass den zunehmenden Essstörungen von Kindern und Jugendlichen am besten in den Schulen vorgebeugt wird und sicherten deswegen die Unterstützung zu. Es sei ein Bildungsauftrag der Schule, nicht nur für einen gesunden Geist, sondern auch für einen gesunden Körper zu sorgen, so Walter Kremm vom Kultusministerium.





