Die neue Regierung wird sich in punkto Gesundheitsfonds einfach nicht einig. Denn was die Gesundheitspolitik betrifft, sind die beiden Parteien nachwievor geteilter Meinung. Streitpunkte wären der Einstieg in eine individuelle Prämie als Ergänzung des Krankenkassenbeitrags sowie die gewünschte Regionalisierung des Gesundheitsfonds. Letzte Nacht wurden die Verhandlungen zum besagten Thema nach elf Stunden bis auf weiteres vertagt. Der bayerische Gesundheitsminister gab bekannt, dass gewissen Differenzen zwischen Union und FDP zur Finanzierung des Gesundheitsfonds vorliegen, die nicht in Kürze geklärt werden könnten.
Am heutigen Nachmittag werden CDU und FDP nochmals zur großen Verhandlungsrunde erscheinen, um bestehende Konflikte aus dem Weg zu räumen. Weiterhin wäre die finanzielle Lage der Krankenkassen brisant, ein erwartetes Defizit von ca. 7,5 Millionen Euro müsse im kommenden Jahr schnellstens gedeckt werden. Beide Parteien erwähnen jedoch, dass es keine Erhöhung von Lohnnebenkosten der Arbeitgeber geben werde. Unklar bleibt jedoch weiterhin, ob Kassenmitglieder das finanzielle Debakel der Krankenversicherungen aus eigener Tasche zahlen müssen.
Einschneidende Änderungen bezüglich der Gesundheitspolitik insbesondere des Gesundheitsfonds fordern auch die gesetzlichen Krankenkassen in Bezug auf die Koalitionsverhandlungen. Vize-Vorsitzende der Barmer schlägt Zusatzprämien für ein einfacheres Verfahren vor. Mit einem Zusatzbeitrag, der direkt vom Lohn oder Gehalt abgezogen würde, könnte bürokratische Hindernisse somit umgangen werden.





