3. September 2010

Leiter von schlechten Heimen sollen Fortbildung machen

NRW-Gesundheitsministerin Barbara Steffens (Grüne) macht für Missstände in Pflegeheimen vor allem deren Leiter verantwortlich. Im Gespräch mit den Zeitungen der “Westdeutschen Allgemeinen Zeitung” kündigte sie an, die Leiter schlecht geführter Häuser zur Fortbildung zu verpflichten. Steffens kritisiert “eine Riesenspanne von sehr guten bis hin zu katastrophal schlechten Einrichtungen” in NRW. Das sei zuallererst ein Führungsproblem. Es kämen “immer mehr reine Kaufleute ohne Empathie für die zu pflegenden Menschen und die Beschäftigten in Leitungspositionen.”

Deshalb wolle sie ein “verpflichtendes Coaching für Führungskräfte einführen”, deren Häuser gravierende Mängel aufweisen. Um die “dramatische Pflegemisere” zu bekämpfen, möchte Steffens zudem für mehr Ausbildungsplätze sorgen. Dafür lässt sie prüfen, ob alle Träger, insbesondere auch die ambulanten, wieder zu einer Ausbildungsumlage verpflichtet werden können. Vor allem ambulante Dienste bildeten derzeit kaum aus, weil sie die Kosten scheuen. Das will Steffens ändern: “Wenn alle Träger die Umlage zahlen müssten, hätten sie auch wieder ein Eigeninteresse daran, selbst auszubilden.” 2009 seien von den rund 8.600 geförderten Schulplätzen viele gar nicht besetzt worden, weil die dazu gehörenden Praxisplätze gefehlt hätten. (dts Nachrichtenagentur)

Heime und Pflegedienst sollen besser Überprüft werden

Familienministerin Kristina Schröder hat Nachbesserungen bei der Überprüfung von Heimen und ambulanten Diensten gefordert. Entscheidend beim Pflege-TÜV sei “die Auswahl und die Einheitlichkeit der Vergleichskriterien, damit auch wirklich seriöse Ergebnisse zustande kommen”, sagte Schröder der “Rheinischen Post”. Dazu gebe es sicher noch “Diskussionsbedarf und die Notwendigkeit, Dinge klarer zu definieren”.

Nicht nur für ältere Menschen, sondern für jeden, der mit dem Thema Pflege konfrontiert sei, so die Ministerin, sei es “ganz wichtig, dass er nicht nur einen verlässlichen Überblick über die Einrichtungen und Dienste als solches bekommt, sondern auch und vor allem objektive und verlässliche Auskünfte zur Qualität der Einrichtungen.” Denn hier gebe es “nach wie vor zu wenig belastbare Vergleichsmaßstäbe”. (dts Nachrichtenagentur)

Weniger Schwangerschaftsabbrüche in Deutschland

Die Zahl der Schwangerschaftsabbrüche in Deutschland ist im zweiten Quartal 2010 um 1,2 Prozent gesunken. Das teilte Statistische Bundesamt am Donnerstag mit. Insgesamt wurden knapp 27.400 Schwangerschaftsabbrüche durchgeführt. Dies sind 300 weniger als noch im ersten Quartal 2010.

Von den Abbrüchen war mit 73 Prozent besonders die Altersgruppe der 18- bis 34-jährigen Frauen betroffen. Der Anteil der unter 18-Jährigen liegt bei vier Prozent. 97 Prozent der Abbrüche wurden ambulant durchgeführt, sechs Prozent der Frauen ließen den Eingriff in einem Bundesland vornehmen, in dem sie nicht wohnten. (dts Nachrichtenagentur)

Teenager essen mehr fetthaltige Produkte wenn ihnen Schlaf fehlt

Teenager, die weniger als acht Stunden pro Nacht schlafen, konsumieren offenbar häufiger fetthaltiges Essen als Gleichaltrige, die länger schlafen. Das wollen Forscher einer Bostoner Klinik in einer Studie herausgefunden haben.

In vorherigen Untersuchungen hatten Wissenschaftler bereits entdeckt, dass Kinder und Jugendliche, die weniger als ihre Altersgenossen schlafen, häufiger unter Fettleibigkeit leiden. Die für die Studie verantwortliche Forscherin, Dr. Susan Redline, gab denn auch den konsequenten Tipp: “Genügend Schlaf in jeder Nacht ist einer der Schlüssel für eine gute Gesundheit und für die Verhinderung von Gewichtszunahme.” In Deutschland gelten 51 Prozent der erwachsenen Bevölkerung als übergewichtig. (dts Nachrichtenagentur)

Allianz sieht Altersvorsorge im Wachstum

Der Versicherungskonzern Allianz sieht großes Wachstumspotential auf dem Markt der Altersvorsorge. In einer am Mittwoch veröffentlichten Studie rechnet das Unternehmen bis zum Jahr 2020 mit einem 66-prozentigen Wachstum auf dem globalen Altersvorsorgemarkt. Dies entspricht einem jährlichen Wachstum von insgesamt 4,7 Prozent.

Besonders die aufstrebenden Volkswirtschaften in Asien würden das Wachstum bei der Altersvorsorge befeuern. Hier erwartet die Allianz ein jährliches Wachstum von 16,8 Prozent. Auch in den Ländern in Mittel- und Osteuropa würde die Altersvorsorge bis zum Jahr 2020 jährlich um 15,5 Prozent steigen. (dts Nachrichtenagentur)

Schneider fordert Christen zur Organspende auf

Der amtierende Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, Präses Nikolaus Schneider, hat sich in die Organspenden-Debatte eingeschaltet und die Christen dazu aufgerufen, sich einen Organspendeausweis zuzulegen. “Ich glaube, dass Gott meine alten Organe nicht braucht, wenn er mir nach dem Tod ein neues Leben schenkt”, sagte Schneider der “Rheinischen Post”.

Der Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland wies darauf hin, dass er selbst einen solchen Ausweis besitze. “Ich kann andere nur sehr ermutigen, sich die Frage, ob sie spenden würden oder nicht, ernsthaft zu stellen und zu beantworten”, sagte Schneider. (dts Nachrichtenagentur)

Ärztekammer nicht für Änderung der Organspende

Die Bundesärztekammer hat Unionsforderungen nach einer sogenannten Widerspruchsregelung bei den Organspenden widersprochen. Schon die Debatte darüber, ob man Verstorbenen künftig Organe entnehmen darf, wenn sie dem nicht zu Lebzeiten widersprochen haben, verstärke bestehende Ressentiments, sagte Vizepräsident Frank-Ulrich Montgomery dem “Tagesspiegel” (Montagsausgabe). “Sie macht mehr kaputt als sie an Nutzen bringt.” Auch gegen die Forderung, jedem Bürger zumindest eine Entscheidung für oder gegen die Organspende abzuverlangen, wandte sich der Ärztefunktionär.

Jeder Mensch habe auch das Recht, sich mit seinem Lebensende nicht zu befassen, sagte er. Der gesundheitspolitische Sprecher der Unionsfraktion, Jens Spahn, bezeichnete die Forderung seines Kollegen Rolf Koschorrek ebenfalls als zu weitgehend. Allerdings forderte der CDU-Politiker, “dass man jeden Erwachsenen mindestens einmal im Leben mit dem Thema konfrontieren muss”. Ein guter Zeitpunkt dafür wäre aus seiner Sicht der Führerscheinerwerb, sagte Spahn der Zeitung. Im Idealfall könne die Bereitschaft zur Organspende dann gleich auf diesem Dokument vermerkt werden. (dts Nachrichtenagentur)

Grund für häufiges Nasenbluten

Der Berufsverband Deutscher Internisten weist darauf hin, dass häufiges Nasenbluten auf eine Blutgerinnungsstörung zurückzuführen sein kann. Besonders wenn es sich um grundloses, starkes und schwer zu stoppendes Nasenbluten handelt kann eine Blutgerinnungsstörung der Grund hierfür sein. Wolfgang Wesiack vom Berufsverband Deutscher Internisten erklärt, auch das Entstehen blauer Flecken nach nur leichten, kleinen Stößen oder gar simplen Schlägen kann ein Hinweis darauf sein. Man kann Blutgerinnungsstörungen mit Medikamenten behandeln. Jedoch müssen die Betroffenen sich in jedem Fall bei ihrem Hausarzt melden, damit dieser entsprechende Tests durchführen kann.

Betroffene sollen auch Eltern, Geschwister und ggf. eigene Kinder von einem Arzt untersuchen lassen. Das Syndrom kann gefährlich werden, da es schon bei kleinem Vorkommen große Folgen haben kann. Folgen sind beispielsweise schwer stillbare Blutungen bei Verletzungen oder gar Operationen. Vor Operationen sollte man unbedingt wissen ob man von diesem Syndrom betroffen ist. Daher ist das oft nebensächlich behandelte Nasenbluten ein eigentlich sehr wichtiger Indikator.

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Rückrufaktion: blend-a-dent Super-Haftcreme

In einigen Packungen der „blend-a-dent Super-Haftcreme extra stark-frisch“ wurde das Bakterium „B. cepacia“ festgestellt. Daher muss Procter & Gamble diese Haftcreme zurückrufen. Über Krankheitsfälle im Zusammenhang mit der blend-a-dent Haftcreme ist derzeit aber noch nichts bekannt. Menschen mit einem geschwächten Immunsystem können jedoch ernsthafte Infektionen durch das Bakterium erleiden. Betroffen sind von der Anfälligkeit auch Personen mit chronischen Lungenerkrankungen. Gesunde Menschen hingegen haben mit dem Bakterium kein wirkliches Risiko. Dies gab das Unternehmen selbst bekannt.

Haftcreme-Tuben mit der Nummer 0209 sind von der Rückrufaktion betroffen. Finden kann man die jeweilige Nummer auf der Seitenlasche der Verpackung direkt über dem Datum zur Haltbarkeit der blend-a-dent Haftcreme. Am Falz am Ende der Tube befindet sich außerdem eine weitere Einprägung der Nummer. Sollte man die Verpackung nicht mehr besitzen, entnimmt man die Nummer dem Tubenende. Wie schon erwähnt, nur die Tuben mit der Nummer 0209 sind betroffen.

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Risikogen für Migräne entdeckt

Erstmals wurde jetzt ein internationales Forscherteam auf ein Risikogen für die ganz normale Migräne aufmerksam. Neue Einsichten erhoffen sich die Forscher jetzt aber erst durch weitere Analysen. 50.000 Probanden helfen dabei die Untersuchungen des Migräne Risikogens voranzutreiben. Besonders über den Auslöser von Migräne erhoffen sich die Forscher mehr herauszufinden. Wenn man mehr über die Entstehung bzw. Auslöser von gewöhnlicher Migräne erfährt, kann man auch bessere Behandlungen bieten.

Im „Nature Genetics“ stellte das Team um Aarno Palotie das Migräne-Gen vor. Es ist das erste Gen im Zusammenhang mit der ganz gewöhnlichen Migräne. Gene für seltene Migräneformen wurden auch zuvor schon entdeckt.