In knapp zwei Wochen wird es endlich so weit sein. Deutsche Arztpraxen werden, wenn auch mit einigen Bedenken behaftet, die ersten Spritzen gegen die Neue Grippe setzen. Der Impfstoff wird vor dem, im Moment relativ milden, Grippevirus schützen, ist aber laut Experten nicht ohne Nebenwirkungen. Offensichtlich sind diese der Bundeswehr nicht unbekannt, denn sie bestellte jetzt ein anderes Serum der Firma Baxter. Ohne Verstärker und Konservierungsmittel soll es in dieser Zusammensetzung sehr gut verträglich sein. Der Impfstoff, der für unsere Soldaten geordert wurde, wird auch in den USA, Australien und in anderen Ländern der Welt eingesetzt.
Virologe und Leiter des Instituts für Medizinische Mikrobiologie an der Universität Halle, Alexander Kerkulé, erklärte, dass der Impfstoff sich in dieser Zusammensetzung schon milliardenfach bewährt hat und es kaum Nebenwirkungen gebe. Den Soldaten der Bundeswehr steht es nicht frei sich impfen zu lassen. Es bestehe Immunisierungs-Pflicht, so Kerkulé weiter. Ein umfassender Impfschutz ist unbedingt erforderlich, damit die Durchhaltefähigkeit gegeben wäre. Es ist wichtig, dass das Serum verträglich ist, so ein Sprecher der Bundeswehr. Würden sich beispielsweise Zusatzstoffe mit den körpereigenen Stoffen nicht vertragen, könnte es problematisch werden. Darum habe die Bundeswehr den Impfstoff ohne sogenannte Adjuvanzien bestellt. Während also die übrige Bevölkerung.ein Serum mit Konservierungsmittel und nebenwirkungsreichen Verstärkern erhält, ist dies für die gesamte Bundeswehr offensichtlich unzumutbar. Ärzte und Berater des Verteidigungsministeriums sind sich sicher, dass die Entscheidung, einen Impfstoff ohne Verstärker zu bestellen, die einzig richtige ist.
Das Gesundheitsministerium nahm dazu bereits Stellung. So wäre die Debatte über den Bundeswehr-Impfstoff völlig überflüssig. Die zugelassenen Impfstoffe wären sicher. Die eingesetzten Verstärker würden lediglich dafür eingesetzt, um die Wirkung zu erhöhen. Dennoch räumte die Regierung im gleichen Atemzug ein, dass für Schwangere ein Serum ohne Zusätze notwendig wäre. Offiziell sei das aber noch nicht auf dem Markt, genauso wie es für Kinder keinen Impfstoff gebe, sagte Kerkulé. Da das Adjuvanz jedoch erst zum Schluss beigegeben wird, könne es sich Deutschland immer noch überlegen, den Impfstoff ohne Verstärker zu ordern, bräuchte dann aber die vierfache Dosis. Die neue Mixtur müsste nur zügig ohne Hindernisse zugelassen werden.
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