Gentechnisch veränderte Hautzellen, die transplantiert werden, könnten eventuell künftig Erkrankungen wie Bluthochdruck und ähnliche systemische Erkrankungen behandeln und betroffenen Patienten dauerhaft helfen.
Einem Wissenschaftsteam aus Forschern der USA und aus Deutschland ist es gelungen, Hautzellen gentechnisch so zu verändern, dass Mäusen mit Bluthochdruck mittels einer Hauttransplantation geholfen werden konnte. Im Labor züchtete man aus Hautzellen kleine Hautpartien, die gentechnische Veränderung bestand aus zwei Genen. Eines ist für die Bildung des blutdrucksenkenden Hormons ANP (Atrial-Natriuretisches Peptid) zuständig, das bei gesunden Menschen körpereigen produziert wird. Das andere Gen half den Forschern dabei, die Menge des APN zu steuern. Dafür muss die transplantierte Hautstelle mit Colchicin eingerieben werden. Dies ist ein Giftstoff, der nur Zellen überleben lässt, die das entgiftende, zweite Gen enthalten. Weil jenes Gen immer zusammen mit APN auftritt, vermehren sich die Zellen, die APN produzieren können. Wird also mit dem Giftstoff gecremt, bildet sich in der Schlussfolgerung mehr APN und dadurch sinkt der Blutdruck verstärkt. Auf diese Weise funktioniert die Regelung der APN-Menge. Dies funktionierte bei den Mäusen so gut, dass der Blutdruck auch bei der Fütterung von stark salzigem Futter bei den Nagetieren nicht anstieg.
Diese vielversprechende Therapie, die noch in der Entwicklung und weiteren Erforschung steckt, könnte dazu beitragen, dass Bluthochdruckpatienten keine Medikamente zum Blutdrucksenken mehr einnehmen müssten. Berechnungen zu Folge, die anhand der Ergebnisse angestellt wurden, sollte beim Menschen ein 10 auf 20 Zentimeter (200 qcm) großes, gentechnisch verändertes Hauttransplantat genügen, um eine solche Therapie durchzuführen. Allerdings müssten noch weitere Experimente durchgeführt werden, bevor die tatsächlich benötigte Größe des Transplantats feststünde. Schließlich ließen sich die derzeitigen Ergebnisse mit Mäusen nicht 1:1 auf den Menschen übertragen.
Die Forscher stehen nun vor der Aufgaben, einen Weg zu finden, wie man die notwendigen Gene ohne die Zuhilfenahme von Viren in die Hautzellen einbringen kann, wie es momentan der Fall ist. Es stehen noch viele offene Fragen aus, die zuerst beantwortet werden müssen, bevor man eine neuartige Therapie solcher Erkrankungen mittels genetisch veränderter Haut einführen könnte. Aber die forschenden Mediziner betonen, dass sie bewiesen haben, dass wirksame Proteine durch ihre Methode grundsätzlich in den Körper eingeschleust werden können.





