Und schon wieder droht in Bezug auf die Schweinegrippe-Impfung Ärger. Zahlreiche Mediziner trauten ihren Augen nicht, als die Verträge einiger Krankenkassen zur Immunisierung bundesweit in den Arztpraxen eintrafen. Ein Sprecher des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte in Rheinland-Pfalz ließ verlauten, dass durch diese Aktion nichts weiter als Druck auf die Ärzte ausgeübt werde und sich dies negativ auf die Impfkampagne auswirke.
Jedes Bundesland wird mit Ampullen mit jeweils zehn Impfdosen versorgt, einmal angebrochen, müssen die zehn Dosen innerhalb von 24 Stunden aufgebraucht werden. Die Honorare sind nicht länderübergreifend gleich, in Rheinland-Pfalz werden beispielsweise sechs Euro pro verbrauchte Dosis an die Ärzte gezahlt. Ändern jedoch impfwillige Patienten ihre Meinung kurzfristig oder erscheinen einfach nicht zum vereinbarten Termin, bleibt der Arzt auf den Impfstoffen sitzen und kann diese nach der 24 Stunden Regelung auch nicht mehr verabreichen. Hinzukommt, dass pro nicht verbrauchter Dosis neun Euro Gebühr anfallen und an die jeweilige Krankenkasse gezahlt werden muss.
Der Sprecher des Berufsverbandes wies darauf hin, dass sich kein Arzt in Deutschland an der Schweinegrippe Impfung bereichern wolle, die drohende Regressforderung wird für viele Mediziner ohnehin ein kostspieliges Unterfangen werden. Nun scheint aber die Beschwerde vieler Ärzte endlich Wirkung zu zeigen, da die Landesregierung jetzt sicherstellen will, dass Medizinern keine finanziellen Nachteile entstehen werden. Wer letztendlich für die nicht-verimpften Dosen aufkommen wird, ist bis dato unklar.





